Prinzip #2: Bequemlichkeit ist der Feind der Sicherheit
Bequemlichkeit ist der größte Türöffner für Kriminalität.
In Folge 1 unserer Reihe "Prinzip der Woche" ging es darum, gefährliche Situationen erst gar nicht entstehen zu lassen. Folge 2 baut direkt darauf auf — und wird für die meisten unangenehmer, weil es diesmal nicht um offensichtliche Risiken geht, sondern um kleine, alltägliche Bequemlichkeiten, die wir kaum noch wahrnehmen.
Die Grundidee: Fast jede Sicherheitslücke, die Kriminelle ausnutzen, ist keine dramatische Schwachstelle, sondern eine kleine Abkürzung, die jemand aus Bequemlichkeit genommen hat. Einzeln wirken diese Abkürzungen harmlos. In der Summe machen sie den Unterschied zwischen einem leichten und einem schwierigen Ziel.
Vier alltägliche Abkürzungen
1. Immer dieselbe Routine
Wer jeden Tag zur gleichen Zeit denselben Weg geht, denselben Parkplatz nutzt, dieselbe Kaffeepause macht, macht sich berechenbar. Für die meisten Menschen ist das schlicht praktisch — Routinen sparen Energie. Für jemanden, der gezielt beobachtet, ist Berechenbarkeit dagegen genau das, was eine Tat planbar macht. Das bedeutet nicht, dass ihr euer Leben komplett umstellen müsst — aber ein Bewusstsein dafür, wie vorhersehbar der eigene Alltag von außen wirkt, ist bereits ein erster Schritt.

2. "Nur kurz" offen lassen
Die Tür beim schnellen Rausbringen des Mülls, das Auto beim kurzen Reinlaufen in den Kiosk, das Fenster im Erdgeschoss an einem warmen Abend — "nur für eine Minute" ist eine der häufigsten Formulierungen, bevor etwas passiert. Genau diese eine Minute reicht in den allermeisten Fällen aus.
3. Echtzeit-Standort teilen
Was auf Social Media wie harmlose Teilhabe wirkt, ist aus Sicherheitsperspektive eine öffentliche Ankündigung: Wer in Echtzeit zeigt, wo er gerade ist, zeigt gleichzeitig unfreiwillig, wo er gerade nicht ist — zum Beispiel zuhause, im leeren Auto oder auf dem Weg dorthin. Das heißt nicht, dass ihr keine Erinnerungsfotos mehr posten sollt — aber der zeitliche Abstand zwischen Erlebnis und Veröffentlichung macht einen echten Unterschied.
4. Abkürzungen, die isolieren
Der dunkle Fußweg statt der beleuchteten Hauptstraße, die stille Gasse statt des belebten Umwegs — meistens sind das bewusste Entscheidungen, um zwei oder drei Minuten zu sparen. Das Problem: Genau diese Abkürzungen nehmen einem die Möglichkeit, gesehen zu werden oder im Ernstfall schnell Hilfe zu finden. Der Zeitgewinn steht selten im Verhältnis zum Risiko.
Warum das schwerer fällt als Prinzip #1
Vermeidung von offensichtlich riskanten Orten fällt den meisten leicht, weil das Gefahrenempfinden hier klar anspringt. Bequemlichkeit dagegen fühlt sich nie gefährlich an — genau das macht sie tückisch. Niemand denkt beim Rausbringen des Mülls "jetzt mache ich etwas Riskantes". Deshalb braucht dieses Prinzip auch kein einmaliges Verständnis, sondern eine dauerhafte, leichte Aufmerksamkeit im Alltag.
Und jetzt?
Auch dieses Prinzip zeigt: Selbstverteidigung beginnt lange vor jeder Technik. Wer diese vier kleinen Gewohnheiten im Blick behält, senkt sein Risiko spürbar, ohne den Alltag grundlegend zu verändern.
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Und wer merkt, dass es Zeit für mehr als Theorie ist — bei uns im Training in Heidelberg, Kaiserslautern und Kirchheimbolanden verbinden wir genau diese Prinzipien mit echter Handlungsfähigkeit.